Besenreiser, Altersflecken, Muttermal, Tattoo-Entfernung
Ralf Weinberger aus Esslingen am Neckar ist Heilpraktiker, Lasermediziner und Laserschutzbeauftragter. Er betreibt eine Praxis zur Tattoo- Entfernung mittels Lasertechnik. Im nachfolgendem Interview erfahren Sie alles Wichtige zur Tattoo- Entfernung mittels Lasertechnik. Mit seinem Erfahrungsschatz berichtet Ralf Weinberger über die Gründe, warum manche Tätowierungen wieder entfernt werden müssen, welche Risiken damit verbunden sind und wie gut die Chancen sind, dass am Ende der Behandlung wirklich nichts mehr von ihrer Tätowierung zu sehen ist.   Herr Weinberger, weshalb kommen Patienten zu Ihnen, die sich ein Tattoo entfernen lassen möchten? Weinberger: Im Großen und Ganzen gibt es drei Gründe: Erstens unterliegen Tätowierungen Modetrends, die irgend-wann nicht mehr angesagt sind. Oder, im Leben eines Menschen gibt es Veränderungen, die ein Tattoo zu einer  psycho-sozialen Belastung machen. Viele Tätowierte leiden dann unter den gestochenen Motiven. Ein Grund, der nicht unterschätzt werden darf. Zum Zweiten ist eine Tätowierung eine Wunde, eine Körperverletzung. Sie ist vergleichbar mit einer Schürfwunde. Diese Hautverletzung kann Komplikationen nach sich ziehen. Es besteht immer das Risiko einer Infektion. Und Drittens können Reaktionen auf Farbstoffe auftreten, die eine Entfernung der Tätowierung erforderlich machen. Die Farbpigmente sind Fremdkörper, die im menschlichen Körper nichts zu suchen haben. Bei jeder Tätowierung besteht deshalb die Gefahr einer toxischen Kontaktreaktion oder Allergie.   Was heißt psychosoziale Belastung? Weinberger: Wenn ein Modetrend irgend-wann nicht mehr angesagt ist, . Wenn das Tattoo ausgrenzt oder stigmatisiert. Tätowierte Personen leiden dann oft unter den gestochenen Motiven. Studien besagen, dass bereits nach einem Jahr etwa 30 Prozent der Menschen mit einem Tattoo ihre Entscheidung bereuen. Das kann zum Beispiel bei einer Änderung der Lebensumstände, dem sozialen Umfeld, der politischen Einstellung oder der Lebenspartnerschaft passieren. Der Leidensdruck kann enorm werden. Wenn die tätowierten Personen sagen: „Ich halte es nicht mehr aus!“ Dann werden aus den Kunden der Tätowierer unsere Patienten.   Kann man Tattoos von jeder Körperstelle entfernen? Weinberger: Theoretisch ja. Wo man tätowieren kann, ist auch eine Entfernung möglich. Am häufigsten werden Tattoos an Fußknöcheln, Ober- und Unter-armen, am Nacken, an den Händen und im Gesicht gestochen. Typisch ist auch bei den Frauen das verbreitete „Arschgeweih“ eine Tätowierung im Steißbereich. Tattoos welche entfernt werden sollen findet man meist an den gut sichtbaren Körperstellen. Dieses hat dann oft einen sozialen oder auch beruflichen Hintergrund. Ein Polizist darf z. B. keine Tätowierungen auf den Unterarmen tragen. Auch so etwas kann die Entfernung eines Tattoos erfordern.   Mit welchen Methoden lassen sich Tätowierung wieder entfernen? Weinberger: Führend ist die Lasermedizin. Sie ist heute sehr weit fortgeschritten. Trotzdem lässt sich nicht jede Tätowierung mit ihrer Hilfe entfernen.   Wann scheitert die Lasermedizin? Weinberger: Wenn Patienten, die auf eine Tätowierfarbe allergisch reagiert haben, ihr Tattoo entfernen lassen wollen. Durch das Lasern könnten die allergischen Reaktionen wieder angereizt werden, was auf keinen Fall passieren darf. In solchen Fällen muss eine Klinik aufgesucht werden. Dann ist nur noch ein Wegschneiden möglich. Wenn das Tattoo zu groß ist, muss anschließend eine Hauttransplantation erfolgen. Das sind schwere Operationen, die mit Risiken verbunden sind. Vertretbar ist das nur, wenn gar nichts anderes mehr möglich ist.   Wie funktioniert eine Laserbehandlung? Weinberger: Mit Hilfe der hohen Energie und starker Fokussierung des Lasers werden die Farbpartikel versprengt. Diese können dann über das körpereigene Lymphsystem abtransportiert werden. Teilweise bleiben sie im Körper, in den Lymph-knoten. Auf der Haut sind sie dann nicht mehr sichtbar. Wenn das gelingt, ist Lasern ein geniales Verfahren. Aber egal wie ein Tattoo entfernt wird, Narben bleiben immer, auch beim Lasern. Denn die Narben sind bereits durch das Tattoo, also durch die ursprüngliche Verletzung, entstanden. Das Tattoo bleibt eine lebenslange Hautveränderung. Wir können nur die Farbe herausnehmen. Auch die unter dem Tattoo liegenden Pigmentzellen der Haut können durch den Laser beschädigt werden. Und, sie regenerieren sich anschließend nicht immer zu 100 Prozent.   Es gibt doch noch weitere Entfernungstechniken. Was ist mit denen? Weinberger: Früher hat man es mit Säurebehandlungen und dem Abschleifen der Haut versucht. Das sind massive und narbenbildende Methoden mit ungewissem Ausgang. Das halte ich heute für eine strafbare Körperverletzung. Diese Verfahren können schwerste Komplikationen verursachen.   Können alle Farben gleichermaßen entfernt werden? Weinberger: Verschiedene Farben benötigen verschiedene Wellenlängen des Lasers. Bei Tätowierungen mit verschiedenen Farben müssen verschiedene Laser und Techniken eingesetzt werden. Da jede Farbe anders auf Laser reagiert, ist vieles Erfahrungssache. Da es keine Vorgaben gibt aber auch reines Ausprobieren. Farbige Tattoos sind deswegen schwieriger zu entfernen als reine schwarze.   Wie lange dauert eine Laserbehandlung und welche Kosten entstehen? Weinberger: Leider ist Beides nicht zuverlässig vorhersagbar. Zum einen spielt die Größe des Tattoos eine Rolle und zum anderen, wie umfangreich ist die Behandlung. Nach einigen Sitzungen kann man dann schon die Tendenz erkennen. Manche Patienten wollen ihr Tattoo entfernt haben. Andere dagegen wollen es nur aufhellen, um es zu „covern“, also mit einem neuen Tattoo überstechen zu lassen. Zwischen zwei Laserbehandlungen müssen je nach Hauttyp und Intensität ein bis zwei Monate liegen. Welche Indikationen vorliegen, die eine Laserbehandlung ermöglichen oder untersagen, werden in einem ausführlichen Vorgespräch geklärt. Die Kosten für eine Tattoo- Entfernung tragen die Patienten selbst. Das ist keine Kassenleistung. Pauschalhonorare und „Erfolgsgarantien“ sind gesetzlich verboten. Um eine Größe zu nennen: Die Entfernung eines ca. Bierdeckel- bis Postkarten großen Tattoos kostet je Behandlung momentan 70 EUR. Es sind meist 5 – 10 Termine nötig.   Woran erkenne ich eine kompetente Praxis? Weinberger: Der behandelnde Heilpraktiker sollte sich die Tätowierung genau anschauen, umfassend über die Behandlung mit einem Laser informieren und einen Pflegeplan für die behandelnde Hautstelle mitgeben. Er muss auf die Risiken eingehen und darf keine Garantien abgeben. Zum umfassenden Schutz des Patienten und seiner Behandlung sollte die Praxis einen Laserschutzbeauftragten haben und entsprechende Schutzeinrichtungen wie Brillen für die Behandelnden und dem Behandler. Augen einfach nur schließen reicht nicht.   Kürzlich habe ich gesehen, dass ein Kosmetikstudio Tattoo- Entfernung anbietet. Darf das Jeder machen? Weinberger: Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat da eine klare Aussage: „Laien dürfen keine Tätowierungen mittels eines Lasergerätes entfernen! (AZ: 1 EO 596/15) Eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz ist nötig!“ Im verhandelnden Fall beantragte eine Person bei der Stadt Erfurt, dass sie mittels eines Lasergerätes Tätowierungen entfernen lassen darf.  Die Stadt Erfurt lehnte ab. Sie ist der Ansicht, dass die Person eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz (§ 1 HeilprG) benötigt. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) bestätigte die Ablehnung der Stadt und berief sich auf ein Gutachten, das bescheinigt, dass eine Tattoo- Entfernung mit konkreten und nicht unerheblichen Gesundheitsgefahren verbunden sein kann.
Leistungsspektrum Laserbehandlung:
LASERGERÄT
LASERSCHUTZ = Patientenschutz
Das nachstehende Interview können Sie auch im Original bei Jameda.de nachlesen
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